Salz auf der Haut

     

     

     

     

    .........Tagebuch einer Norwegen-Reise

     

    Am 5. September 1996 startete ein Haufen unerschrockener, harter Kerle aus einem kleinen Ort namens Lödingsen zu einer Angel-Urlaubs-Reise.

    Die Gruppe bestand aus fünf Spezialisten mit unterschiedlichen, speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten. Jeder von ihnen war auf seinem Gebiet ein Profi.

     

     

    Diese Kampfeinheit bestand aus:

     

     

     Volker Wilke   Codename: FREDDI

    Sein Spezialgebiet ist das Auffinden, Fangen und Töten von Makrelen, die weit über dem Normalmaß liegen.

    Des weiteren entpuppte er sich während einer Notsituation (die Gruppe hatte die Orientierung verloren) als Spezialist im Flirten mit netten, süßen Tankstellenbedienungen.  (Hi Birgit)

      

     Andreas Melchior  Codename: Michel

    Eine beinharte, entschlossene Kampfmaschine die auch vor solch brutalen Aktionen wie dem Abschießen von Möwen mittels eines zur Bordmaschinenkanone umfunktionierten Paddels nicht zurückschreckt.

    Er entdeckte auf der gefahrvollen Reise seine Talente im schnellen Erlernen der Eingeborenensprache.

    Als kleines Beispiel:

    In nur 5 Sek. konnte er sich die landesübliche Bezeichnung für einen von uns heißbegehrten Fisch aneignen. => (Magrääääl)

    Auch den Spezialausdruck den die Eingeborenen benutzen um schmackhafte Fischfilets zu bekommen, ging ihm nach ca. 8 Sek. ohne den geringsten Akzent von der

    Zunge.  => (fillletieerenen)

      

     Detlef Witte Codename: Smie

    Sein Spezialgebiet ist es, aus den Leichen von im Meer lebenden Kreaturen mittels so banaler Hilfsmittel wie Salz, Pfeffer, Mehl und Zitrone ein äußerst köstliches Mahl zuzubereiten.

    Außerdem stellte sich in den ersten zwei Tagen heraus, dass er wohl ein Hobby-Psychiater ist. Denn er erforschte unsere psychische Belastbarkeit indem er ständig herumnölte um auf diese Weise den psychisch Labilsten von uns zu provozieren im eine auf's Maul zu hauen.

      

     Michael Tobien Codename: Hau wech den Scheiß

    Ein ausgesprochen ruhiger und besonnener Kämpfer, der auch bei allerhöchstem Seegang nie die Ruhe verliert. Seine Ruhe und Besonnenheit kann sich aber - wenn nötig - innerhalb weniger Millisekunden in nichts auflösen, wenn z.B. die Gefahr droht, dass Restbestände von Alkohol dem Feind in die Hände fallen könnte. Dann wird er zu einem Wahnsinnigen der sich ohne Rücksicht auf Leib und Leben für seine Kameraden aufopfert und sich wahre Unmengen von Alkohol in jeglicher Form in die Birne schüttet. Das tut er natürlich nur, um die Einsatzfähigkeit seiner Mitstreiter zu erhalten und nicht etwa weil's schmeckt.

      

     Bernd Fischer Codename: Bernie

    Ein vielseitiger, gewissenhafter Typ. Immer mit Rat und Tat für seine Kameraden da.

    Er ist nicht nur ein exzellenter Videofilmer ( “mach doch erst mal die schwarze Kappe ab” ), ein ausgezeichneter Elektriker ( “wo ist nur dieser Scheiß-Sicherungskasten “???) nein, er kann auch defekte Pumpen reparieren, Fischen die Eingeweide herausreißen, als Lotse zu fungieren und ist nicht zuletzt der Mann, der diese abenteuerliche Reise dokumentiert hat.

     

      

    Fr. 06.09.1996

    Die Abfahrt verzögert sich um 25 Min. denn Michel der Schnarchhahn kommt nicht an Land.             Das fängt ja gut an !

    Endlich um 2:25 geht`s los. Leider kommen wir nur ca. 1.8 Km. weit, dann erfolgt der erste unplanmäßige Halt: Smie muss erst mal in Emmenhausen einen Brief einwerfen. Allgemeines Grummeln im Daimler "Das darf doch nicht wahr sein", "Naja, sind wir ja weit gekommen", "is doch nicht so schlimm, es sind doch nur noch tausend Kilometer"........

    Aber dann ging's richtig los. Das Morgengrauen kurz vor Flensburg mußten wir einfach fotografieren, es war unglaublich schöööön.

    Nach einem kurzen Tankstop in Flensburg ging's um 7:00 über die Grenze nach Dänemark.

     

    Merke:

    Es gibt zwei Arten, um mit dem Auto an sein Ziel zu kommen:

    Man fährt Autobahn, oder man fährt Landstraße !

    Ersteres hat den Vorteil, dass man sich kaum verfahren kann - aber den Nachteil, dass man "nicht soviel Gegend sieht" ( gelle Volker?!?! )

    Landstraße zu fahren, bedeutet landschaftlich reizvollere Gegenden zu durchqueren - aber es besteht halt die Gefahr................

    Gesägt tun getan. Volki wollte Gegend sehen............

    Der Ort namens "NØRRESUNDBY" war es, der uns deutlich machte was für eine Scheiß-Straßenkarte wir hatten.

    Smie versuchte uns aus der misslichen Lage zu befreien, indem er die bessere Karte - die sich in Michels Auto befand - benutzte.........naja, er kann dafür gut kochen  !

    Aber dann - uns Volki ...... er ging in eine Tankstelle, flirtete ein bisschen mit der Angestellten und bekam eine Karte in der der Weg heraus aus unserer misslichen Lage eingezeichnet war.

    Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass in NØRRESUNDBY gebaut wurde wie verrückt ??

    Trotz Karte suchten wir noch 'ne Weile bis wir den Ausgang gefunden hatten. Aber dann ging es endlich weiter........ auf der Autobahn.

    Endlich um 12:27 sind wir am Hafen in Hirtshals angekommen. So 'ne Fähre ist schon ein imposanter Kahn!

    Smie hat fast die ganze Fahrt hierher gepennt, anstatt Michel bei Laune zu halten und die Karte zu studieren. Die faule Ausrede die er bringt "Ich hatte schließlich  Spätschicht" nützt ihm gar nichts, er wird ausgebuht.

    Einige Fotos werden geschossen und dann will Smie ein bisschen mit der Videokamera aufnehmen........

    ..... Tja, dumm gelaufen: eine Videokamera haben wir dabei, aber leider keinen Film !!!!

    Dann ging's auf die Fähre und wir legten ab. Wie sich das für einen ordentlichen Abenteuer-Urlaub gehört, verreckte noch während des Ablegens ein Motor und wir konnten nur mit halber Kraft auf die Reise gehen. Da wir erstens recht rauhe See hatten und zweitens Gegenwind, dauerte die Fahrt etwas länger als geplant, nämlich 2,5 Std mehr.

    Und dann während der Fahrt passierte es : „Einbein“Volker entdeckt Volkland.

    Dieser historische Moment wurde natürlich fotografisch festgehalten.

     

     Auf der Fähre lernten wir eine andere Angler-Gruppe kennen. Die Jungs kamen aus Itzehoe und waren ( so wie wir ) echt gut drauf.

    So, nun naht die Stunde der Wahrheit; es ist mittlerweile 20:45 und jetzt müssen wir durch den Zoll !!!!!

    Michels Karre ist mit 10 Paletten Bier und einigen Flaschen Schnaps beladen.............

     

     JUHUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU.....

    ....Wir sind durch !!!!!!

      

    Dem Herrn sei gedankt !!!! Vor uns das Auto und das Auto nach uns wurde kontrolliert   aber uns mit unseren grundehrlichen Gesichtern haben sie durchgewunken.

    Wir fahren an die nächste Tankstelle und freuen uns erst mal heftigst.

     (Anm.d.Verf.) Ich weiß nicht wie wir die Tage in Norwegen hätten durchstehen sollen, wenn die vom Zoll unseren Bölkstoff beschlagnahmt hätten !!

     

    So, nun haben wir im Dunkeln unser Haus endlich gefunden und sind total erfreut über das was wir bei diesen schlechten Lichtverhältnissen erkennen können.

    Aber jetzt heißt es einen Platz zum Übernachten zu finden. Nach einiger "Rumkurverei" haben wir endlich ein Fleckchen gefunden, auf dem wir unsere müden Knochen betten können. Es ist jetzt 21:05 . Wir machen unsere Heia-Bettchen (Schlafsack und einen Plane über uns alle) und nehmen noch einen kleinen Schlummertrunk.(was wir dann zu einer Tradition gemacht haben)

     

    Sa. 07.09.1996

    5:50........die ersten Krieger werden wach und machen das beste was man(n) so früh am Morgen in einer fremden Umgebung machen kann, : eine Rauchen und einen gepflegten Spatengang !!

    Der Versuch lebensnotwendiges Trinkwasser zu beschaffen erweist sich als schwierig, denn der selbstlose Einsatz von Berni "Ich gehe runter zu dem See und hole Wasser" ist überflüssige Energieverschwendung !! Der See mit "herrlich klarem Trinkwasser" erweist sich als Fjord  mit Salzwasser.

    Also erst mal nix mit Kaffee.

    Wir schwingen uns deshalb in die Autos und fahren zu unserem Haus.

    7:30  Bernie - sehr besorgt um das Wohlergehen seiner Kameraden - setzt sich über deren Bedenken hinweg (zumal der Hausschlüssel steckt) , das Haus "einfach so" zu betreten und geht hinein um Wasser zu holen.

    Der erste Eindruck ist überwältigend !!! Ein echtes Schmuckstück diese Hütte !!!

    Auf der Terrasse wurde der Kaffee mittels Gaskocher gekocht und wir nahmen unser erstes Norwegen-Frühstück ein. Mmmhhhhh

    Notiz in meinem Tagebuch:"Frühstück auf der Veranda..........Suuuuper.....die Sonne scheint, der Kaffe schmeckt......das Leben kann soooo schön sein".

     

     

    Wie sich das für eingefleischte Angler gehört, blinkerten wir dann erstmal in "unserem" Fluß. Dieses erste Austesten bescherte Smie seine allererste Forelle überhaupt.

    Da wir - als wahre Sportsmänner - ausgemacht hatten, daß der der den ersten Fisch fängt einen Kasten Bier ausgeben muß, hatte Smie schon mal die erste Kiste am Bein.

     

    Nachdem wir uns dann im Ort die nötigen Angelpapiere besorgt hatten, räumten wir unsere Zimmer (jeder eins) ein.

    Dann griffen wir an !!!!!

    Alle Mann saßen am Ufer der ØDNA auf der Jagd nach den dicken Fischen..........

    Leider blieb es nur bei einigen kleinen Forellen und Unmengen von winzigen Schollen.

    Wie das im Urlaub so ist, stellte sich nach einiger Zeit bei meinen Mitkämpfern das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Geselligkeit ein....kurzum alle versammelten sich an meinem Angelplatz und begannen Michels Vorräte an selbstgebranntem Schnaps zu reduzieren.

    Smie stellte dabei den Weltrekord im "schnell besoffen werden" ein, denn innerhalb von etwa 15 Min. war er hacke backe zu!!!

    Aber das hindert einen altgedienten Kämpen wie Detlef nicht daran, schon 3 Std. später unser erstes Abendessen zuzubereiten: Knackwurscht mit Mostrich und Brot.

     

    Dann gehen alle zum Fluss zum Nachtangeln. Es beißen allerdings nur wieder kleine Aale und sehr kleine Schollen; darum setzen sich auch alle - bis auf Michel den Unermüdlichen  auf die Terasse.

    Volki besorgt es sich heftig und ist nach kurzer Zeit der "Dorfvollste".

    Es ist jetzt richtig dunkel und die "Terassen-Mannschaft" reichlich betüddelt. Plötzlich geht's bei Michel rund. Er schreit und tobt:  "Komm mal einer her", "Warum hilft mir denn   keiner ???", "Ihr Idioten !!!"........ grummelt dann irgendwelches unverständliches Zeug in seinen Bart (während wir uns auf der Terasse beeumeln) und dann gibt es ein paar fürchterliche Schläge im Boot............ja ja, die Mac Light ist auch zum Erledigen eines großen Monster-Aales geeignet............

    Nachdem Michel uns das Monster gezeigt und uns noch mal deutlich gemacht hat was wir doch für Kameradenschweine sind, töten wir noch einige Biere und hauen uns dann hin.

     

    So. 08.09.1996

    Nach einem guten Frühstück geht es wieder zum Fluss. Wie gehabt: Kleine Platte.........

    Darum beschließen Volker,Michel und ich Auf's Meer zu fahren.

    Dass diese Ausfahrt eine der kürzesten in der Geschichte der Christlichen Seefahrt werden sollte, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

    Wir beluden also das Boot, zogen Schwimmwesten an, machten ein feierliches Gesicht, legten ab und fuhren los.......................so ca. anderthalb Kilometer.............dann rammelten wir in eine Sandbank und schlachteten die Schraube. Ach ja, bevor ich es vergesse: Volker war der Kapitän !!!!!

    Egal, jetzt zeigte es sich wofür unsere jahrelange, intensive Ausbildung gut war. Mit dem notdürftigstem Gerät zerlegte Michel den Motor und stellte die Beschädigung fest. Es war klar, dass wir so nicht weiterfahren konnten und ruderten deshalb zurück.

    Im Haus fand sich zum Glück etwas Werkzeug und vor allem Ersatzteile. Der Käptn höchstselbst behob den Schaden, aber rausfahren......nö heute nicht mehr.

    Anm.:  Bis dahin waren wir der Meinung, der Fluß wäre durchgehend tief und man könnte selig dahinbrausen.......Trugschluss !!! Teilweise war das Wasser so niedrig, dass man mit Halbschuhen inmitten des Flusses stehen konnte ohne nasse Füße zu bekommen. Von diesem Tage an saß immer ein Lotze im Bug und achtete auf die Fahrrinne.

     

    Mo. 09.09.1996

    Die anderen Vier sind zum Einkaufen in die Stadt gefahren und ich mache Küchendienst.

    Dann um 12:00 unternahmen wir den zweiten Versuch im Meer zu fischen und diesmal hatten wir Erfolg !!

    Bernie als Lotze, Volker als Kapitän und Michel als Richtschütze.........was sollte da noch schief gehen ????

    Langsam und äußerst vorsichtig suchten wir den Weg durch den Fluss in's Meer und wurden mit einem überwältigendem Panorama belohnt..........Traumhaft.........

    Die riesigen Felsen links und rechts von unserem Boot, bewachsen mit Tannen und Kiefern bildeten auch gleichzeitig das Ufer, denn sie reichten bis zum Meeresgrund hinab.

    Und dann ging's los:

    Da ich ja ein alter Seebär bin und auf einen riesigen Erfahrungsschatz (ich war schon einmal beim Makrelenangeln) zurückgreifen kann, erklärte ich den beiden Frischlingen wie sie sich zu verhalten hätten:

    Die Makrele macht sich beim Biss durch heftiges Schütteln bemerkbar, man sollte aber nicht sofort einholen, sondern (auch wenn's seeehr schwer fällt) die Angel noch im Wasser. Denn durch die Bewegung des gehakten Fisches werden die anderen Fische im Schwarm gierig und gereizt und beißen auf die restlichen Haken. Unser Michel lernte sehr schnell und hatte deshalb auch "einen Tannenbaum" (alle Haken voll = 6 Makrelen auf einmal) !!!

    Wir lernten auf hoher See einen Berufsfischer kennen, der ohne weiteres als Foto-Modell hätte arbeiten könnte wit nannten Ihn wegen seines Aussehens Lorenzo Lamas.

    Aufgrund meiner exzellenten Englischkenntnisse (jäs ei spiek Änglisch) unterhielten wir uns ganz prächtig und er fragte - natürlich - nach Schnaps.

    Wir vereinbarten, uns am Mittwoch zu treffen und ein Tauschgeschäft zu machen: Schnaps gegen Dorsch.

    Zum Abendessen dann, sollte es - ganz klar - Makrelen geben.

    Smie hatte auch schon alles vorbereitet und wollte gerade anfangen zu brutzeln.......als plötzlich kein Strom mehr da war.

    Tja, was soll ich sagen.......in manchen Häusern ist der Sicherungskasten verdammt gut versteckt !!!! (wie kann man auch nur so doof sein und das Ding im Flur verstecken )

    Nachdem Meister Volker wieder für einen kontinuierlichen Stromfluss gesorgt und meine vergebliche Suche entsprechend kommentiert hatte, gab es die besten Makrelen die je ein Mensch gegessen hat !!!!!!

    Smie findet mittlerweile alles "ziemlich gut" .

    Di. 10.09.1996

    Heute sind Smie, Michel und Michael rausgefahren. Leider mussten sie Ihre Ausfahrt etwas früher als geplant beenden, denn es war für einen der Drei "etwas zu rauhe See".

    Detlef hat sich allerdings köstlich amüsiert: "Oooch Mensch, das war doch geil. Von mir aus hätte es ruhig noch ein bisschen mehr schaukeln können".

    Volki und ich waren derweil auf Entdeckungs-Tour und hatten auch wirklich wunderschöne Plätze gefunden, aber leider blieb auch uns der Erfolg versagt.......Egal !!!

    Da wir eher als die Seefahrer wieder Zuhause waren, wollte ich deren Ankunft mit der Video-Kamera dokumentieren.......was mir letztendlich auch gelang.

    Volker, was hätte ich nur ohne Dich gemacht ???????

    Er klärte mich nämlich (nach fünf Minuten vergeblichen Bemühens zu filmen) darüber auf, dass die Schutzkappe zum filmen entfernt werden muss.

     

    Mi.11.09.1996

    Heute fährt die Crew vom Montag auf See also Volki, Michel änd Ei .

    Gefangen haben wir 71 Makrelen und einige Köhler..........dann kam Lorenzo.

    Er knallte unser Boot halb voll mit Dorsch und bekam seine Flasche Whiskey.

    Zuhause angekommen begann ein Schlachtfest bis zum Umfallen.......Viereinhalbe Stunden nahmen wir die Fische aus und der Satz "Ich habe langsam die Schnauze voll" wurde mehr als einmal gemurmelt.

    Zu allem Übel fiel auch noch die Wasserversorgung aus, denn (wie wir erst später feststellten) es gab nur einen begrenzten Vorrat an Wasser.

    Dadurch das der Wasserstand im Brunnen zu tief gefallen war, zog die Pumpe Luft und förderte nicht mehr. Doch wie bereits am Anfang dieses Berichtes erwähnt, bestand die Gruppe ja aus lauter Spezialisten. Und der Spezialist für defekte Pumpen ............bin ich !!

    Smie ging mir mächtig auf den Keks, weil er einerseits immer fragte: " Ich will kochen, wann gibt's endlich Wasser ?????? " und andererseits in seinem besoffenen Kopp von meinem sexy Outfit (Watstiefel und hautenge Tarnhose) sexuell so erregt war, dass ich mir um meine Jungfräulichkeit ernste Sorgen machen musste.

    Als endlich alle Fische ausgenommen waren, wir allmählich wieder auftauten und einige Biere vernichtet hatten, gab es gar leckere Dorschfilets.

     

    Do. 12.09.1996

    Michel und ich sind heute drin geblieben. Wir haben lange geschlafen und ausgiebig gefrühstückt.

    Die anderen drei Kämpen sind raus auf's Meer.

    Diese Fahrt hatte es wirklich in sich !!!!!

    Nachdem die drei Wahnsinnigen schon um 5 Uhr aufgestanden sind, gab's das erste große Debakel nach einem Tankstop........... der Motor ging aus und sprang nicht mehr an.

     

     

    Smie erwies sich in dieser Situation als selbstloser Retter seiner Kameraden, denn er ruderte sie in einer schweißtreibenden, halbstündigen Aktion an's rettende Ufer.

    Grund für diesen "Defekt" war ein - von einem Kfz-Meister - zugedrehter Belüftungs-Stopfen, wodurch sich - logischerweise - ein Vakuum bildete. (Tja, Volker........)

    Auf der Rückfahrt gab's dann noch ein ausgesprochen unangenehmes Erlebnis für unseren Volki:

    Dadurch, dass - wieder einmal - extremes Niedrigwasser herrschte, strandete das Boot auf einer Sandbank. Volker und Smie stiegen aus während Micha weiter Makrelen ausnahm. Bei dem Versuch das Boot in's Fereiwasser zu schieben kam Volker "unter die Räder" respektive unter's Boot und plumpste in die ØDNA. Klitschnass, dem Hohn und Spott seiner Kameraden ausgesetzt aber trotzdem breit grinsend legte er mit den beiden anderen am Steg an.

    Nachmittag und Abend verliefen dann üblich..........fressen, saufen und Schwachsinn labern.

    Hab ich schon erwähnt, dass der Urlaub tierisch gut war ??

     

    Fr. 13.09.1996!

    Ich hab mir den ganzen Tag einen "richtig Lauen" gemacht, während die anderen Vier auf Entdeckungstour waren. Sie haben einen wunderschönen (Forellen)-See entdeckt.

    Nachmittags wollten Volki, Michel und Micha es noch mal wissen........

    Langsam rückte der Abschied von diesem wunderbaren Paradies immer näher und keiner hat bisher einen brauchbaren Salmoniden fangen können, obwohl die Einheimischen die ganze Zeit von "Ohhhh Biiiiiig Salmon" reden.

    Also buddelten sie wie die Irren in der Wiese vor dem Haus nach Würmern (während Detlef und ich uns drinnen einen feixten und "etwas" Wein tranken) um mit diesem ULTIMATIVEN SALMONIDEN-KILLER endlich einen der begehrten Edelfische zu erhaschen.

    Naja, laut Ihrer Aussage haben sie wenigstens (vieeeele und rieeeesengroße) Meerforellen und Lachse gesehen.......

    Sa. 14.09.1996

    Unser letzter Tag........schnieeeeeeeef.........

    Micha, Smie und Volker waren noch mal bei den grooooßen Salmonieten und immerhin haben sie wenigstens ein paar kleine gefangen.

    Am Vormittag fuhr dann noch mal die "Ultimative Makrelenschwarmfindenundfangen-Crew" also Michel, Volker und ich raus auf's Meer.

    Leider (oder auch glücklicherweise, denn die Kühltruhe war schon randvoll) konnten wir trotz intensivster Bemühungen nicht allzu viele Fische fangen. Einige Makrelen und Köhler.

    Allerdings hat sich die Fahrt dennoch gelohnt, denn Michel fing den größten Fisch einen Köhler und damit hatten wir auch unsere zweite Kiste Bier gesichert!!

    Ich hab mich ja nach Kräften bemüht, ebenfalls zur Zahlung einer Kiste Bier "verdonnert" zu werden, aber meine Bemühungen den hässlichsten Fisch (Steinbeißer) zu fangen waren leider nicht von Erfolg gekrönt.

      

    So, nun ist es mir ein innerliches Bollerwagen-Rennen, über den letzten Abend in Norwegen zu berichten:

    Wir hatten - wie Anfangs erwähnt - einiges an geistig anregenden Getränken mitgenommen und im Großen und Ganzen auch alles "verkonsumiert" - außer einem Teil der "harten Drogen".

    Nun, an jenem letzten Abend konnte Michael seine - im Vorspann erwähnten - "speziellen" Fähigkeiten einsetzen !!!!!

    Er soff wie ein Loch alles Mögliche durcheinander und war dann so dermaßen voll, wie ich selten einen Menschen erlebt habe!!!!

    Wir anderen hielten uns dagegen einigermaßen zurück und waren deshalb noch ziemlich klar im Kopf.

    So konnten wir uns köstlich über die alleinunterhalterischen Fähigkeiten von Micha amüsieren. Die - teilweise etwas schwer zu verstehenden - Anekdoten und Witze und nicht zuletzt sein - einem Walross zur Ehre gereichendes - Prusten trieb uns die Tränen in die Augen.

     Nieeeeeeemals hätte ich mir vorstellen können, dass am

    S0. 15.09.1996

    Michael fit wie ein Turnschuh als erster aufstehen würde, doch dieser begnadete Trinker rannte in der Küche herum mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen und erfreute sich allerbester Gesundheit!!!!! .......................... UNGLAUBLICH !!!!!

     

    Langsam rückt der unvermeidliche Abschied immer näher............ Schei*e!!

    Als Michael und ich auf der Terrasse stehen und uns die vier mit Bierdosen gefüllten Müllsäcke ansehen, ist es mir vergönnt, an der wundersamen Mathematik des Michael Tobien teilhaben zu dürfen:

    Auf meine Bemerkung: " Mann o Mann, wir haben echt ganz schön was weggeballert " antwortet er: " Wieso????  Fünf Mann, Vier Säcke.............für jeden einen !!! "..........

    Logisch ...... oder ......?!?!

    Wir reinigen das Haus und packen unsere Sachen in die Autos. Volker hat noch  einige schöne Sprüche ins Hüttenbuch geschrieben und einige letzte Video-Aufnahmen wurden gemacht.

    Ich ging noch mal runter zu "meinem" Fluss, um mich von Ihm zu verabschieden und hätte fast geheult..........

     

     

    Es ist soweit 14:43 Uhr ............Abfahrt..........mach's gut Norwegen..........

     

     

    Leider hat sich im Urlaub herausgestellt, dass es nur ZWEI wirklich harte und worthaltendeTypen gab: Michael und ich. Denn wir hatten vor der Fahrt ausgemacht, dass wir uns erst wieder rasieren wollten, wenn wir wieder zuhause wären....... Schlaffi's !!!

     

    Die Überfahrt ist diesmal sehr ruhig und es laufen auch beide Schrauben.

    Norwegen verabschiedet uns mit einem unglaublich schönen Sonnenuntergang der es noch schwerer macht diesem Traumland den Rücken zu kehren.

     

    Die Nacht wird echt lang und wir sind dann doch froh, als wir um 8:40 Uhr endlich Zuhause sind.

     

    Tja, das war's...............